Wirklich niemand mag langsame Webseiten

Kennst du das? Du willst eine Webseite auf deinem Smartphone öffnen, und nachdem nach gefühlten Minuten sich endlich etwas auf deinem Bildschirm tut, handelt es sich auch noch um eine der unzähligen Seiten, die auf dem PC genauso aussehen wie auf dem Smartphone. Wie soll man sowas bedienen? Wie soll ich die Infos finden, wenn ich andauernd rein-und rauszoomen muss?! Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich bin dann ganz schnell wieder bei Google und nehme das nächste Ergebnis.

Mehr als 50% der Internetseiten werden bereits auf Mobilgeräten angesehen. Das weiß auch Google (ich weiß es auch von Google ;-)), und deswegen haben sich die Leute aus Kalifornien überlegt, Webseiten den Vorrang zu geben, die für Smartphones optimiert sind.

Da Google ein Wirtschaftsunternehmen ist und durchaus Konkurrenz hat (Bing ist auf vielen Geräten voreingestellt, und natürlich ist Facebook ein ernstzunehmender Gegenspieler), hat Google großes Interesse daran, möglichst viele optimierte Webseiten in seinem Index zu haben. Finden die Leute auf Google vermehrt Seiten, die Sie auf ihrem Smartphone nur umständlich bedienen können, dann ist die Suchmaschine schnell gewechselt. Deswegen hat Google allen Webseitenbetreibern ein sehr mächtiges Tool kostenlos zur Verfügung gestellt: PageSpeed Insights

Man gibt nur seine Domain in das vorgesehene Feld ein, und schon bekommt man ein sehr einfach zu lesendes Ergebnis, ob die eigene Homepage schnell genug für die digitale Zukunft ist. Das Ergebnis ist in Mobil und Desktop aufgeteilt, und es können jeweils 100 Punkte erreicht werden. Ist die Anzeige jeweils grün, dann hat dein Webdesigner alles richtig gemacht und du bist auf der sicheren Seite. Bei einem orangen Ergebnis ist die Nutzererfahrung eingeschränkt. Die Seite lädt zu lange, Bilder sind nicht fürs Smartphone optimiert und deine Webseite nutzt veraltete Technik. Ist das Ergebnis dagegen rot kann es gut sein, dass Google deiner Konkurrenz den Vortitt gibt und du im Nirvana verschwindest.

Auch um potentielle Kunden zu wiederkehrenden Besuchern deiner Homepage zu machen ist es wichtig, eine Möglichst hohe Punktzahl zu erreichen. Die Menschen merken sich schnell wenn Ihnen der Besuch einer Webseite viel Zeit gekostet hat, und quittieren dies mit Fernbleiben deiner Homepage.

Aber was kannst du jetzt überhaupt tun, wenn dein Ergebnis bei PageSpeed Insights nicht zufriedenstellend ist? Hier kommt die eigentliche Stärke des Tools zum Vorschein, denn Google gibt dir genaue Anweisungen, was du tun musst. Darüber hinaus stellt Google dir sogar optimierte Bilder und optimierten Code zur Verfügung, den du nur noch austauschen musst.

Damit du überhaupt verstehst was Google dir da alles sagen will, habe ich hier eine Auflistung der möglichen Ergebisse erstellt und versucht, alles für einen Laien zu erklären.

Bilder optimieren

Google hat nichts gegen Bilder, ganz im Gegenteil. Bilder lockern deine Webseite auf, wecken Neugierde und zeigen dich von deiner persönlichen Seite. Das Problem bei Fotos ist, dass sie meistens mit unnützen Informationen vollgestopft sind. Für den Betracher nicht sichtbar sind META-Daten wie Fotograf, Datum, Ort und diverse Schlüsselwörter im Bild untergebracht. Das macht Bilder nur unnötig groß, was vor allem Mobil einfach nur Zeit und Nerven deiner Besucher kostet. Auch lassen sich viele Bilder noch besser fürs Web optimieren, was die Ladezeit drastisch reduzieren kann. Im PageSpeed Tool stellt Google dir deine Bilder in optimierter Form zur Verfügung, so dass du sie nur runterladen und mit deinen vorhanden Bildern ersetzen musst. Falls du z.B. Wordpress nutzt, dann kann dein Webmaster dir auf deinem Server diverse Tools installieren, damit deine Bilder automatisch optimiert werden. Bei Baukästen sieht die Sache nicht so gut aus, so viel ich weiß kann das nur unser eigener Baukasten.

Inhalte "above the fold"

Hört sich kompliziert an, ist aber ganz logisch: Normalerweise muss eine Webseite erst komplett in den Browser geladen werden, bevor sie angezeigt und genutzt werden kann. Das kann schon mal ewig dauern, vor allem wenn man viele Bilder, Grafiken und Schriften nutzt. Google hatte die Idee, dass es eigentlich ganz egal sein soll, wie groß eine Seite ist. Hauptsache der Benutzer bekommt so schnell wie möglich den oberen, in seinem Smartphone sichtbaren Bereich der Homepage angezeigt. So muss der Besucher nicht lange warten bis sich was tut, und er kann schneller erkennen, ob sich die gesuchten Informationen auf dieser Webseite befinden. Zusammengefasst: Der Bereich der Homepage, der ohne zu scrollen sichtbar ist, soll vor allen anderen Dingen geladen werden.
Dieser Aspekt ist vor allem auf dem Smartphone äußert wichtig, wird aber leider nicht von euch alleine zu bewerkstelligen sein. Aus eigener Erfahrung muss ich sagen, dass tiefgreifende Maßnahmen an der Webseite wie auch am Server nötig sind, um ein optimales Ergebnis zu erhalten. Deswegen bieten wir unseren Kunden immer eine optimierte Seite an, und das sollte euer Webdesigner auch tun. Ist er dazu nicht in der Lage, sucht euch einen Besseren. Es ist euer Geschäft und euer Geld, was ihr durch schlechte Webseiten verliert.

Browser-Caching nutzen

Damit eure Webseite nicht jedesmal komplett neu vom Server geladen werden muss, speichert der Browser oft benutzte Daten zwischen. Damit das passiert, müssen die Daten ein Ablaufdatum haben. Das kann euer Server für euch erledigen, indem du eine sogenannte HTACCESS-Datei auf deinen Server lädst. In dieser Datei ist ein Code, der bestimmten Dateien beim Abrufen durch den Browser ein Ablaufdatum gibt. Eine solche Datei kannst du dir hier herunterladen. Sie gehört in dein Stammverzeichnis deines Servers, da wo deine Homepage liegt. Dein Server-Provider wird dir dabei garantiert helfen. Es wird sich für dich lohnen.

JavaScript reduzieren

JavaScript ist ein Programmcode, der direkt auf deinem Browser ausgeführt wird. Damit funktioniert z.B. dein Online-Terminkalender, aber auch dein Kontaktformular wird sicher damit vor dem Absenden überprüft. Oft ist dieser Code mit Kommentaren und vielen Absätzen besser leslich gemacht, aber all das kostet kostare Downloadzeit. Du kannst deine JavaScripte einfach hier online optimieren und mit deinen jetzigen Scripten ersetzen. Mach aber leiber vorher eine Sicherungskopie der alten Scripte. Falls die neuen nicht funktionieren sollten, kannst du sie so wieder austauschen.

Zielseiten-Weiterleitungen vermeiden

Auf dem Smartphone wird meistens eine andere Domain für deine Homepage geöffnet, als auf dem PC. So erkennt deine Homepage, welche Version sie ausliefern soll. Meistens sieht das dann so aus: deinemusterdomain.de -> m.deinemusterdomain.de/startseite. Die Domain wird also weitergeleitet, und das kostet mal wieder wertvolle Zeit.
Noch schlimmer ist sowas: deinemusterdomain.de -> www.deinemusterdomain.de -> m.deinemusterdomain.de -> m.deinemusterdomain.de/startseite
So eine Lösung wird unter Garantie von Google abgestraft.
Am einfachsten Nutzt du eine responsive Webseite. Hier wird immer die selbe Seite aufgerufen, es gibt also keine Weiterleitung. Die Seite passt sich automatisch der Bildschirmgröße an.

Darstellungsbereich konfigurieren

Ganz wichtig und sollte dieser Fehler bei dir ausgegeben werden, dann wird deine Seite auf Smartphones genauso dargestellt wie auf einem Desktop-PC.
Im Klartext:
Deine Seite ist für Smartphone unbrauchbar und fliegt aus dem mobilen Index! Jetzt wird es Zeit für ein Redesign, am Besten vom Profi.

Lesbare Schriftgrößen und Optimale Größe von Links oder Schaltflächen

Auch hier solltest du lieber gleich in ein optimiertes Wordpress-Template oder eine individuelle Webseite investieren. Deine Webseite ist durch mangelnden Platz schwer zu bedienen, und das läßt sich nicht so einfach beheben.

Fazit

Es ist durchaus möglich, dass du die Optimierung deiner mobilen Webseite selber in die Hand nimmst. Überprüfe deine Homepage mit Googles PageSpeed Insights und schaue, wie deine Seite abschneidet. Einige Maßnahmen kannst du wie hier beschrieben selber durchführen, und wenn dein Webdesigner einigermaßen gute Arbeit geleistet hat, ist deine Webseite mit einigen Handgriffen für die Mobile Welt optimiert. Ansonsten solltest du dir überlegen, was für dein Business am Besten ist. Viel Zeit in die Technik deiner Webseite zu stecken ist genauso schädlich für dein Unternehmen, wie ein Nachmittag vor dem Fernseher. Und eine gute Webseite muss nicht teuer sein, wie du hier siehst.